Dies ist der Blog zu meinem Auslandsjahr in den USA. Von September 2014 bis Mai 2015 lebe ich in "The Gunnery", einem Internat in Connecticut. Ich habe mir vorgenommen euch hier, mehr oder weniger regelmäßig, von meinem Leben in den USA zu berichten.

Montag, 29. September 2014

Rudern

Jeder hier an The Gunnery wählt für jeden der drei Terms je eine Co-Curricular Activity. Die meisten wählen eine Sportart, man kann aber auch andere Activities, wie bspw. Community Service oder Fall Play / Winter Musical, wählen. Wie ich in anderen Posts schon erwähnt habe, ist die Sportart, die ich für den Herbst-Term gewählt habe, Rudern.

Rudern kann man hier sowohl im Herbst, als auch im Frühling. Während im Frühling allerdings mehr die Sprintdistanzen trainiert werden, trainieren wir jetzt im Herbst längere Distanzen - unsere Regatten sind ungefähr 6km lang.
Training haben wir jeden Tag, außer Sonntag, für 2-3 Stunden, Mittwoch und Samstags sogar noch länger. Das Bootshaus liegt ungefähr 15min Busfahrt entfernt an einem See. Rudergeräte haben wir allerdings auf dem Campus!


 
In den ersten Tagen wurde uns "Ruder-Neulingen" die Rudertechnik am Rudergerät beigebracht, und das Verfahren im Bootshaus (Boote aufriggen, ins Wasser lassen etc.) erklärt.
Während ich die Technik am Rudergerät recht schnell verstanden hatte, war das rudern auf dem Wasser anfangs schwierig. Hinzu kam, dass ich die "Ruder-Vokabeln" erst einmal lernen musste. Als ich das Gefühl hatte, auch das ganz gut zu können, hatte ich noch keinmal "all four" gerudert, sondern immer nur in Paaren. Da ein Ruderboot sehr wackelig ist, durften immer nur zwei gleichzeitig rudern, während das andere Paar das Boot mit den Ruderblättern stabil gehalten hat. Wie ich dann feststellen musste, ist es sehr viel schwieriger, wenn niemand das Boot stabilisiert! Hinzu kam, dass ich, wie fast alle anderen auch, durch das Rudern Blasen an den Händen gekriegt habe, die oft während des Ruderns auch geplatzt sind. Durch das instabile Boot und die vielen Blasen waren wir zwischenzeitlich alle ziemlich frustriert. Doch das viele Training zahlt sich aus - inzwischen rudern wir sehr viel Einheitlicher, was das Boot stabilisiert, und bekommen Hornhaut an den Händen.

Anfangs habe ich zumeist mit erfahreneren Ruderern zusammen in einem Vier-Mann-Boot gerudert. Jetzt, wo die ersten Regatten anstehen, bin ich mit den anderen Neulingen zusammen in einem Acht-Mann-Boot. Das Rudern in solch einem großen Boot macht mir bislang nicht ganz so viel Spaß. Dafür ruder ich aber im "Stroke-Seat", das heißt, dass ich ganz hinten im Boot sitze und, dadurch dass man "rückwärts" rudert, alle meinem Rhythmus folgen. Diese Position macht mir besonders viel Spaß, zumal ich mich mit dem Coaxswain (steuert das Boot und gibt Anweisungen zum Tempo, rudert aber nicht), mit dem ich auf dieser Position besonders viel zu tun habe, sehr gut verstehe.

Gestern hatten wir dann unsere erste Regatta. Bei strahlender Sonne und knapp 30°c haben wir gegen eine andere Schule aus der Umgebung gerudert - eher noch ein Proberennen. Wir mussten von einem Ende unseres Sees (s.o.) zum anderen rudern, was knapp 5km sind. Die Regatta hat unglaublich viel Spaß gemacht, als Achter haben wir vorher noch nie so gut gerudert! Wir können unsere Zeit nur schwer mit den anderen Vergleichen, da wir der einzige Achter waren. Aber anhand der Strokes (keine Ahnung wie man das auf Deutsch nennt) pro Minute, die unserem Coaxswain angezeigt wurden können wir definitiv sagen, dass wir ein ziemlich gutes Tempo hatten. Die nächste Regatta ist nächsten Sonntag, ein ziemlich großes Rennen gegen angeblich über 100 andere Boote!

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